Entscheiden Sie sich für mehr Lebensqualität!

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Fragen und Antworten

Was tun bei Pflegebedürftigkeit? Was ist der Entlastungsbetrag? Welche Leistungen kann ich wahrnehmen? Von wem kann ich mir diese Leistungen erbringen lassen? Wo finde ich einen zugelassenen Anbieter? Wie kann ich diesen Betrag erhalten? Wie viel Geld steht mir zu? Abtretungserklärung für den Entlastungsbetrag Wie hängen die Leistungen mit dem Pflegegrad zusammen? Was bedeutet eingeschränkte Alltagskompetenz? Was ist, wenn ich keinen Pflegegrad habe? Was ist, wenn ich mehr Leistungen möchte? Gibt es noch weitere finanzielle Unterstützungen?

Was tun bei Pflegebedürftigkeit?

Sich informieren! Sich klar werden, was Ihnen wichtig ist, welches soziale Netzwerk Sie einbinden können und darüber, was Sie wirklich brauchen. Sollten Sie nach einem Krankenhausaufenthalt häusliche Pflege und Unterstützung benötigen, nutzen Sie bitte unbedingt noch vor Ihrer Entlassung den Sozialdienst des Krankenhauses. Dort finden Sie qualifizierte Ansprechpartner deren Aufgabe es ist, Ihren Übergang in die Häuslichkeit entsprechend vorzubereiten und zu begleiten. Mit deren Hilfe können Sie auch einen Antrag auf Begutachtung und Feststellung der Pflegebedürftigkeit stellen. Wohnen Sie zu Hause und stellen fest, dass Sie die Anforderungen des Alltags nicht mehr ohne Unterstützung meistern können, so wenden Sie sich direkt an Ihre Pflegekasse, Ihre Krankenversicherung, mit der Bitte um eine Beratung. Im Vorfeld empfehlen wir immer den Weg zum vdk. Deren Fachleute beraten ihre Mitglieder sehr kompetent und unterstützen auch bei der Durchsetzung berechtigter Ansprüche gegenüber der Pflegeversicherung. (Übrigens: der vdk-Mitgliedsbeitrag wird bei Menschen mit Grundsicherungsleistungen oder ALG II vom Sozialamt erstattet.) Natürlich können Sie oder Ihre Sie pflegenden Angehörigen sich auch direkt an uns wenden. Allerdings erbringen wir keine Pflegeberatung, sondern dürfen Sie nur unterstützen. Sollten Sie eine gesetzliche Betreuung benötigen, weil Sie Ihre Rechtsgeschäfte nicht mehr allein erledigen können, so wenden Sie sich an die Betreuungsstelle in Ihrem Landratsamt, einen örtlichen Betreuungsverein oder auch an uns, da wir mit verschiedenen gesetzlichen Betreuern zusammenarbeiten.

Was ist der Entlastungsbetrag?

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen (bzw. der Entlastungsbetrag) sind eine finanzielle Hilfe seitens der Pflegekasse, welche sich an alle Pflegebedürftigen richtet und die zusätzlich zu den herkömmlichen Leistungen gezahlt wird. Die unter § 45b SGB XI festgelegte Hilfe dient dazu, konkrete Aufwendungen, die Pflegebedürftigen bzw. Angehörigen bei der Bewältigung des Alltags entstehen, zu decken. Er dient nicht zur Finanzierung von Leistungen der Grundpflege (Körperpflege, Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme, etc.) und der Behandlungspflege.

Welche Leistungen kann ich wahrnehmen?

Die zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen sind eine Pflegesachleistung nach §45 SGB XI. Das heißt, es sind zweckgebundene Leistungen, die nicht bar ausbezahlt, sondern gegen Rechnung erstattet werden. Hier finden Sie eine Übersicht über die Angebote, die derzeit mit dem Entlastungsbetrag erstattet werden können; Pflegeformen o Tages- und Nachtpflege o Kurzzeitpflege o Verhinderungspflege Darüber hinaus gibt es auch Niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote, die abrechenbar sind und die unter anderem von uns erbracht werden: Niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote Bewältigung von allgemeinen oder pflegebedingten Anforderungen des Alltags z.B. unterstützende Anleitung für pflegende Angehörige / Nahestehende, Betreuung der Korrespondenz mit Behörden Organisation von individuell benötigten Hilfeleistungen z.B. Organisation eines Hausnotrufgeräts, Hilfsmittelbesorgung Entlastung von pflegenden Angehörigen oder vergleichbar nahestehenden Pflegenden z.B. Begleitung außerhalb des Hauses, Hilfestellung bei pflegebedingten Umbaumaßnahmen der Wohnung Unterstützung im Haushalt z.B. Haushalt reinigen, Zimmerpflanzen bewässern, Versorgung von Haustieren, die eigene Versorgung usw. Betreuungsleistungen z.B. Beaufsichtigung (etwa von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz) zur Entlastung von pflegenden Angehörigen, Anregung und Unterstützung bei sozialen Kontakten

Von wem kann ich mir diese Leistungen erbringen lassen?

Die oben genannten Angebote können allerdings nur mit dem Entlastungsbetrag bezahlt werden, wenn sie von einem professionellen und anerkannten Anbieter erbracht wird, der die Zulassung hat, auch eine Rechnung an die Pflegeversicherung zu stellen. Das bedeutet, der Entlastungsbetrag kann nicht eingesetzt werden für: eine allgemeine Putzhilfe einen Hausmeisterdienst Beförderungskosten Pflegemittel Medikamente Lebenshaltungskosten Aufwandsentschädigungen für Angehörige, Nachbarn oder Bekannte Da es Leistungen der Pflegeversicherung aus dem Sozialgesetzbuch XI sind, unterliegen sie auch den dort aufgeführten Regeln für eine qualitätsgesicherte und sachgerechte Erbringung. Es gibt ein spezielles Zulassungsverfahren für die Erbringer solcher Leistungen, das sicherstellen soll, dass diese Leistungen von entsprechend qualifizierten Personen zuverlässig erbracht werden und den Anforderungen an Professionalität, Qualität und Sachkunde entsprechen.

Wo finde ich einen zugelassenen Anbieter?

In uns. Sprechen Sie uns an und wir finden eine für Sie passende Lösung. Generell sind auch die meisten ambulanten Pflegedienste für die Erbringung und Abrechnung solcher Leistungen zugelassen. Sollten Sie bereits von einem ambulanten Pflegedienst begleitet werden, so können Sie auch dort nachfragen, ob und welche Leistungen dieser erbringen kann. Zudem plant das Bayerische Staatsministerium den massiven Ausbau ambulanter Betreuungsdienste. Eine Übersicht erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse oder bei der Demenzagentur Bayern.

Wie kann ich diesen Betrag erhalten?

Um die Leistungen dieser Art zu erhalten, muss die betreffende Person mindestens einen Pflegegrad I haben. Ist dies noch nicht der Fall, muss ein entsprechender Antrag bei der Pflegeversicherung gestellt werden. Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen müssen nicht extra beantragt werden. Die Einreichung der Rechnung mit der Beantragung auf Erstattung der Kosten gilt als Antrag. Dieser Antrag muss von der pflegebedürftigen Person selbst gestellt werden. Man muss ihn – mitsamt einem Nachweis über den Pflegegrad – an die Pflegekasse richten. Dort wird geprüft, ob bereits entsprechende Leistungen von anderen Leistungserbringern, wie zum Beispiel dem ambulanten Pflegedienst, abgerechnet wurden und welcher Betrag für den Monat oder aus Vormonaten noch zur Verfügung steht.

Wie viel Geld steht mir zu?

Unabhängig vom Pflegegrad stehen jedem Pflegebedürftigen zusätzliche Betreuungsleistungen in Höhe von 125 Euro monatlich von der Pflegeversicherung zur Verfügung. Diese Leistungen können auch angespart werden, sie verfallen nicht am Monatsende. Die nicht genutzten Gelder eines Kalenderjahres kann man bis zum 30. Juni des nächsten Jahres noch nutzen. Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen (ab Pflegegrad II) seitens der Pflegekasse zudem nicht voll ausschöpft, kann den Betrag, der nicht für den Bezug von ambulanten Sachleistungen genutzt wurde, bis maximal 40 Prozent für die sogenannten niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangebote verwenden. Hierüber informiert Sie Ihre Pflegeversicherung auf Anfrage.

Abtretungserklärung für den Entlastungsbetrag

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen werden, wie erwähnt, nicht einfach bar ausgezahlt. Bei dem Betrag handelt es sich um eine Kostenerstattung. Deshalb muss man die Kosten in der Regel zunächst vorstrecken und sie dann auch nachweisen. Dieser Prozess kann vor allem ältere Menschen durchaus überfordern. Eine Alternative dazu ist die Abtretungserklärung nach dem ersten Antrag. Der Anspruch auf die Betreuungs- und Entlastungsleistungen wird mit dieser Erklärung an den Betreuungs- oder Pflegedienst abgetreten, von dem die Leistungen erbracht werden. Dieser Dienst rechnet dann die Leistungen bis zu einem Betrag von derzeit 125,00 € monatlich direkt mit der Pflegekasse ab. Haben Sie mehr Leistungen vereinbart, als über die 125,00 € abgedeckt sind, erhalten Sie über den Differenzbetrag eine separate Rechnung, die Sie dann selbst zahlen müssen. Der Vorteil der Abtretungserklärung ist, dass pflegebedürftigen Menschen dadurch der Papierkrieg erspart bleibt, den der Nachweis der Ausgaben sonst mit sich bringt. Die Leistungen müssen dann auch nicht im Voraus bezahlt werden, da der Leistungserbringer das Geld von der Pflegekasse direkt erhält. Darüber hinaus erfahren Sie von der Pflegekasse auch, ob der Leistungserbringer, den Sie sich ausgesucht haben, auch nach geltendem Landesrecht befugt ist, die Aufgaben zu übernehmen. Der Nachteil einer Abtretungserklärung ist die Kontrolle über die erbrachten Leistungen: Da alle Formalitäten zwischen dem Dienst und der Pflegeversicherung geregelt werden, haben Sie wenige Einblicke in diesen Prozess. Allerdings können Sie eine derartige Abtretungserklärung auch jederzeit widerrufen. Gute Betreuungs- und Pflegedienste händigen Ihnen eine Kopie der Abrechnungen mit der Pflegekasse aus.

Wie hängen die Leistungen mit dem Pflegegrad zusammen?

Im Zusammenhang mit den zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen spielt der Pflegegrad nur eine untergeordnete Rolle. Die Leistungen werden pflegegradunabhängig ausbezahlt. Dennoch muss die Pflegebedürftigkeit der Person natürlich festgestellt werden. Menschen mit Pflegegrad 1 beziehen an Pflegesachleistungen lediglich die oben aufgeführten Pflegeformen und zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Hier ist oft die Feststellung einer eingeschränkten Alltagskompetenz ausschlaggebend.

Was bedeutet eingeschränkte Alltagskompetenz?

Die Kriterien für die sogenannte eingeschränkte Alltagskompetenz sind im Gesetz festgelegt. Sie sind beispielsweise erfüllt, wenn der oder die Pflegebedürftige die Tendenz dazu aufweist, wegzulaufen, wenn er oder sie gefährliche Situationen verursacht, die eigene Versorgung nicht mehr gewährleisten kann, eine Störung des Tag-Nacht-Rhythmus’ aufweist oder aggressives Verhalten zeigt. Diese Bedingungen für eine entsprechende Einstufung treffen vor allem auf demenzkranke Personen zu. Aber auch bei psychischen Erkrankungen oder einer geistigen Behinderung können diese Kriterien greifen.

Was ist, wenn ich keinen Pflegegrad habe?

Ohne Pflegegrad haben Sie keinen Anspruch auf die Erstattung Niedrigschwelliger Betreuungs- und Entlastungsangebote gem. § 45 SGB XI durch die Pflegekasse. Prüfen Sie deshalb, ob Sie eine Begutachtung durch den MDK beantragen sollten. Menschen, die laut Begutachtung keinen Pflegegrad erhalten, aber trotzdem Betreuungs- und Entlastungsangebote nutzen wollen, können dies zu vergleichbaren Konditionen als Selbstzahler mit uns vereinbaren. Sie zahlen dann direkt an uns ohne eine Erstattung von der Pflegekasse zu bekommen. Diese Leistungen können Sie allerdings meist steuerlich als Mehrbelastung geltend machen. (Sprechen Sie dazu mit Ihrem Steuerberater).

Was ist, wenn ich mehr Leistungen möchte?

Durch den Entlastungsbetrag sind derzeit durchschnittlich vier Zeiteinheiten/ vier Stunden pro Monat (inklusive Fahrt, Dokumentation, Personalnebenkosten und Fort- und Weiterbildung) abgedeckt. Sofern Sie mehr wünschen, kann dies zu vergleichbaren Konditionen extra vereinbart werden. Allerdings werden die Kosten hierfür nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen, sondern müssen dann meist selbst getragen werden. Ab Pflegegrad II können auch 40% der nicht in Anspruch genommenen Pflegesachleistungen hierfür eingesetzt werden

Gibt es noch weitere finanzielle Unterstützungen?

Es gibt noch weitere Unterstützungsmöglichkeiten für pflegebedürftige Menschen und die sie pflegenden Angehörigen. Auch hier empfehlen wir, sich breit zu informieren. Die gängigsten haben wir hier aufgeführt: Landespflegegeld Alle ab Pflegegrad II können das Bayerische Landespflegegeld beantragen. Das Landespflegegeld in Höhe von derzeit 1000,00 €/Jahr wird auf einmaligen Antrag (mit Nachweis der Pflegebedürftigkeit) einmal jährlich direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt und kann frei verwendet werden. Zuschüsse bei Umbauten Für pflegebedingte Anpassungen des eigenen Wohnraums können Zuschüsse beantragt werden. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig, da die meisten Zuschüsse vor Beginn der Umbauarbeiten beantragt werden müssen und gewissen Regeln unterliegen. Zusätzliche Versicherungen Auch verschiedene zusätzliche private Versicherungen oder spezielle Leistungen für Beamte und Staatsbedienstete sind möglich.

Ambulante Seniorenbetreuung Oberfranken

Fragen und Antworten

Was tun bei Pflegebedürftigkeit? Was ist der Entlastungsbetrag? Welche Leistungen kann ich wahrnehmen? Von wem kann ich mir diese Leistungen erbringen lassen? Wo finde ich einen zugelassenen Anbieter? Wie kann ich diesen Betrag erhalten? Wie viel Geld steht mir zu? Abtretungserklärung für den Entlastungsbetrag Wie hängen die Leistungen mit dem Pflegegrad zusammen? Was bedeutet eingeschränkte Alltagskompetenz? Was ist, wenn ich keinen Pflegegrad habe? Was ist, wenn ich mehr Leistungen möchte? Gibt es noch weitere finanzielle Unterstützungen?

Was tun bei Pflegebedürftigkeit?

Sich informieren! Sich klar werden, was Ihnen wichtig ist, welches soziale Netzwerk Sie einbinden können und darüber, was Sie wirklich brauchen. Sollten Sie nach einem Krankenhausaufenthalt häusliche Pflege und Unterstützung benötigen, nutzen Sie bitte unbedingt noch vor Ihrer Entlassung den Sozialdienst des Krankenhauses. Dort finden Sie qualifizierte Ansprechpartner deren Aufgabe es ist, Ihren Übergang in die Häuslichkeit entsprechend vorzubereiten und zu begleiten. Mit deren Hilfe können Sie auch einen Antrag auf Begutachtung und Feststellung der Pflegebedürftigkeit stellen. Wohnen Sie zu Hause und stellen fest, dass Sie die Anforderungen des Alltags nicht mehr ohne Unterstützung meistern können, so wenden Sie sich direkt an Ihre Pflegekasse, Ihre Krankenversicherung, mit der Bitte um eine Beratung. Im Vorfeld empfehlen wir immer den Weg zum vdk. Deren Fachleute beraten ihre Mitglieder sehr kompetent und unterstützen auch bei der Durchsetzung berechtigter Ansprüche gegenüber der Pflegeversicherung. (Übrigens: der vdk- Mitgliedsbeitrag wird bei Menschen mit Grundsicherungsleistungen oder ALG II vom Sozialamt erstattet.) Natürlich können Sie oder Ihre Sie pflegenden Angehörigen sich auch direkt an uns wenden. Allerdings erbringen wir keine Pflegeberatung, sondern dürfen Sie nur unterstützen. Sollten Sie eine gesetzliche Betreuung benötigen, weil Sie Ihre Rechtsgeschäfte nicht mehr allein erledigen können, so wenden Sie sich an die Betreuungsstelle in Ihrem Landratsamt, einen örtlichen Betreuungsverein oder auch an uns, da wir mit verschiedenen gesetzlichen Betreuern zusammenarbeiten.

Was ist der Entlastungsbetrag?

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen (bzw. der Entlastungsbetrag) sind eine finanzielle Hilfe seitens der Pflegekasse, welche sich an alle Pflegebedürftigen richtet und die zusätzlich zu den herkömmlichen Leistungen gezahlt wird. Die unter § 45b SGB XI festgelegte Hilfe dient dazu, konkrete Aufwendungen, die Pflegebedürftigen bzw. Angehörigen bei der Bewältigung des Alltags entstehen, zu decken. Er dient nicht zur Finanzierung von Leistungen der Grundpflege (Körperpflege, Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme, etc.) und der Behandlungspflege.

Welche Leistungen kann ich wahrnehmen?

Die zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen sind eine Pflegesachleistung nach §45 SGB XI. Das heißt, es sind zweckgebundene Leistungen, die nicht bar ausbezahlt, sondern gegen Rechnung erstattet werden. Hier finden Sie eine Übersicht über die Angebote, die derzeit mit dem Entlastungsbetrag erstattet werden können; Pflegeformen o Tages- und Nachtpflege o Kurzzeitpflege o Verhinderungspflege Darüber hinaus gibt es auch Niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote, die abrechenbar sind und die unter anderem von uns erbracht werden: Niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote Bewältigung von allgemeinen oder pflegebedingten Anforderungen des Alltags z.B. unterstützende Anleitung für pflegende Angehörige / Nahestehende, Betreuung der Korrespondenz mit Behörden Organisation von individuell benötigten Hilfeleistungen z.B. Organisation eines Hausnotrufgeräts, Hilfsmittelbesorgung Entlastung von pflegenden Angehörigen oder vergleichbar nahestehenden Pflegenden z.B. Begleitung außerhalb des Hauses, Hilfestellung bei pflegebedingten Umbaumaßnahmen der Wohnung Unterstützung im Haushalt z.B. Haushalt reinigen, Zimmerpflanzen bewässern, Versorgung von Haustieren, die eigene Versorgung usw. Betreuungsleistungen z.B. Beaufsichtigung (etwa von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz) zur Entlastung von pflegenden Angehörigen, Anregung und Unterstützung bei sozialen Kontakten

Von wem kann ich mir diese Leistungen erbringen lassen?

Die oben genannten Angebote können allerdings nur mit dem Entlastungsbetrag bezahlt werden, wenn sie von einem professionellen und anerkannten Anbieter erbracht wird, der die Zulassung hat, auch eine Rechnung an die Pflegeversicherung zu stellen. Das bedeutet, der Entlastungsbetrag kann nicht eingesetzt werden für: eine allgemeine Putzhilfe einen Hausmeisterdienst Beförderungskosten Pflegemittel Medikamente Lebenshaltungskosten Aufwandsentschädigungen für Angehörige, Nachbarn oder Bekannte Da es Leistungen der Pflegeversicherung aus dem Sozialgesetzbuch XI sind, unterliegen sie auch den dort aufgeführten Regeln für eine qualitätsgesicherte und sachgerechte Erbringung. Es gibt ein spezielles Zulassungsverfahren für die Erbringer solcher Leistungen, das sicherstellen soll, dass diese Leistungen von entsprechend qualifizierten Personen zuverlässig erbracht werden und den Anforderungen an Professionalität, Qualität und Sachkunde entsprechen.

Wo finde ich einen zugelassenen Anbieter?

In uns. Sprechen Sie uns an und wir finden eine für Sie passende Lösung. Generell sind auch die meisten ambulanten Pflegedienste für die Erbringung und Abrechnung solcher Leistungen zugelassen. Sollten Sie bereits von einem ambulanten Pflegedienst begleitet werden, so können Sie auch dort nachfragen, ob und welche Leistungen dieser erbringen kann. Zudem plant das Bayerische Staatsministerium den massiven Ausbau ambulanter Betreuungsdienste. Eine Übersicht erhalten Sie von Ihrer Pflegekasse oder bei der Demenzagentur Bayern.

Wie kann ich diesen Betrag erhalten?

Um die Leistungen dieser Art zu erhalten, muss die betreffende Person mindestens einen Pflegegrad I haben. Ist dies noch nicht der Fall, muss ein entsprechender Antrag bei der Pflegeversicherung gestellt werden. Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen müssen nicht extra beantragt werden. Die Einreichung der Rechnung mit der Beantragung auf Erstattung der Kosten gilt als Antrag. Dieser Antrag muss von der pflegebedürftigen Person selbst gestellt werden. Man muss ihn – mitsamt einem Nachweis über den Pflegegrad – an die Pflegekasse richten. Dort wird geprüft, ob bereits entsprechende Leistungen von anderen Leistungserbringern, wie zum Beispiel dem ambulanten Pflegedienst, abgerechnet wurden und welcher Betrag für den Monat oder aus Vormonaten noch zur Verfügung steht.

Wie viel Geld steht mir zu?

Unabhängig vom Pflegegrad stehen jedem Pflegebedürftigen zusätzliche Betreuungsleistungen in Höhe von 125 Euro monatlich von der Pflegeversicherung zur Verfügung. Diese Leistungen können auch angespart werden, sie verfallen nicht am Monatsende. Die nicht genutzten Gelder eines Kalenderjahres kann man bis zum 30. Juni des nächsten Jahres noch nutzen. Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen (ab Pflegegrad II) seitens der Pflegekasse zudem nicht voll ausschöpft, kann den Betrag, der nicht für den Bezug von ambulanten Sachleistungen genutzt wurde, bis maximal 40 Prozent für die sogenannten niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangebote verwenden. Hierüber informiert Sie Ihre Pflegeversicherung auf Anfrage.

Abtretungserklärung für den Entlastungsbetrag

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen werden, wie erwähnt, nicht einfach bar ausgezahlt. Bei dem Betrag handelt es sich um eine Kostenerstattung. Deshalb muss man die Kosten in der Regel zunächst vorstrecken und sie dann auch nachweisen. Dieser Prozess kann vor allem ältere Menschen durchaus überfordern. Eine Alternative dazu ist die Abtretungserklärung nach dem ersten Antrag. Der Anspruch auf die Betreuungs- und Entlastungsleistungen wird mit dieser Erklärung an den Betreuungs- oder Pflegedienst abgetreten, von dem die Leistungen erbracht werden. Dieser Dienst rechnet dann die Leistungen bis zu einem Betrag von derzeit 125,00 € monatlich direkt mit der Pflegekasse ab. Haben Sie mehr Leistungen vereinbart, als über die 125,00 € abgedeckt sind, erhalten Sie über den Differenzbetrag eine separate Rechnung, die Sie dann selbst zahlen müssen. Der Vorteil der Abtretungserklärung ist, dass pflegebedürftigen Menschen dadurch der Papierkrieg erspart bleibt, den der Nachweis der Ausgaben sonst mit sich bringt. Die Leistungen müssen dann auch nicht im Voraus bezahlt werden, da der Leistungserbringer das Geld von der Pflegekasse direkt erhält. Darüber hinaus erfahren Sie von der Pflegekasse auch, ob der Leistungserbringer, den Sie sich ausgesucht haben, auch nach geltendem Landesrecht befugt ist, die Aufgaben zu übernehmen. Der Nachteil einer Abtretungserklärung ist die Kontrolle über die erbrachten Leistungen: Da alle Formalitäten zwischen dem Dienst und der Pflegeversicherung geregelt werden, haben Sie wenige Einblicke in diesen Prozess. Allerdings können Sie eine derartige Abtretungserklärung auch jederzeit widerrufen. Gute Betreuungs- und Pflegedienste händigen Ihnen eine Kopie der Abrechnungen mit der Pflegekasse aus.

Wie hängen die Leistungen mit dem Pflegegrad zusammen?

Im Zusammenhang mit den zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen spielt der Pflegegrad nur eine untergeordnete Rolle. Die Leistungen werden pflegegradunabhängig ausbezahlt. Dennoch muss die Pflegebedürftigkeit der Person natürlich festgestellt werden. Menschen mit Pflegegrad 1 beziehen an Pflegesachleistungen lediglich die oben aufgeführten Pflegeformen und zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Hier ist oft die Feststellung einer eingeschränkten Alltagskompetenz ausschlaggebend.

Was bedeutet eingeschränkte Alltagskompetenz?

Die Kriterien für die sogenannte eingeschränkte Alltagskompetenz sind im Gesetz festgelegt. Sie sind beispielsweise erfüllt, wenn der oder die Pflegebedürftige die Tendenz dazu aufweist, wegzulaufen, wenn er oder sie gefährliche Situationen verursacht, die eigene Versorgung nicht mehr gewährleisten kann, eine Störung des Tag- Nacht-Rhythmus’ aufweist oder aggressives Verhalten zeigt. Diese Bedingungen für eine entsprechende Einstufung treffen vor allem auf demenzkranke Personen zu. Aber auch bei psychischen Erkrankungen oder einer geistigen Behinderung können diese Kriterien greifen.

Was ist, wenn ich keinen Pflegegrad habe?

Ohne Pflegegrad haben Sie keinen Anspruch auf die Erstattung Niedrigschwelliger Betreuungs- und Entlastungsangebote gem. § 45 SGB XI durch die Pflegekasse. Prüfen Sie deshalb, ob Sie eine Begutachtung durch den MDK beantragen sollten. Menschen, die laut Begutachtung keinen Pflegegrad erhalten, aber trotzdem Betreuungs- und Entlastungsangebote nutzen wollen, können dies zu vergleichbaren Konditionen als Selbstzahler mit uns vereinbaren. Sie zahlen dann direkt an uns ohne eine Erstattung von der Pflegekasse zu bekommen. Diese Leistungen können Sie allerdings meist steuerlich als Mehrbelastung geltend machen. (Sprechen Sie dazu mit Ihrem Steuerberater).

Was ist, wenn ich mehr Leistungen möchte?

Durch den Entlastungsbetrag sind derzeit durchschnittlich vier Zeiteinheiten/ vier Stunden pro Monat (inklusive Fahrt, Dokumentation, Personalnebenkosten und Fort- und Weiterbildung) abgedeckt. Sofern Sie mehr wünschen, kann dies zu vergleichbaren Konditionen extra vereinbart werden. Allerdings werden die Kosten hierfür nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen, sondern müssen dann meist selbst getragen werden. Ab Pflegegrad II können auch 40% der nicht in Anspruch genommenen Pflegesachleistungen hierfür eingesetzt werden

Gibt es noch weitere finanzielle Unterstützungen?

Es gibt noch weitere Unterstützungsmöglichkeiten für pflegebedürftige Menschen und die sie pflegenden Angehörigen. Auch hier empfehlen wir, sich breit zu informieren. Die gängigsten haben wir hier aufgeführt: Landespflegegeld Alle ab Pflegegrad II können das Bayerische Landespflegegeld beantragen. Das Landespflegegeld in Höhe von derzeit 1000,00 €/Jahr wird auf einmaligen Antrag (mit Nachweis der Pflegebedürftigkeit) einmal jährlich direkt an den Pflegebedürftigen ausgezahlt und kann frei verwendet werden. Zuschüsse bei Umbauten Für pflegebedingte Anpassungen des eigenen Wohnraums können Zuschüsse beantragt werden. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig, da die meisten Zuschüsse vor Beginn der Umbauarbeiten beantragt werden müssen und gewissen Regeln unterliegen. Zusätzliche Versicherungen Auch verschiedene zusätzliche private Versicherungen oder spezielle Leistungen für Beamte und Staatsbedienstete sind möglich.
Entscheiden Sie sich für mehr Lebensqualität!

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